Unter dem Oberbegriff Tango wird sowohl der Tanz als auch die Musikrichtung Tango verstanden. Dabei hat der Tango auch in der Dichtung und im Gesang eigenständige Ausdrucksformen hervorgebracht.
Der Tango gehört seit September 2009 zu den Meisterwerken des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit der UNESCO, mit anderen Worten, er zählt zum Kulturerbe der Menschheit. Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts hat sich der Tango in verschiedenen Formen von Buenos Aires aus in der gesamten Welt verbreitet.
Der Tanz war zu Beginn ein aufeinander abgestimmtes Gehen. Der Mann umarmte seine Partnerin mit einem sehr hoch erhobenen Arm, die Gesichter, Beine und Körper waren eng aneinander gedrückt. Die Armhaltung war senkrecht und der rechte Arm des Mannes umfasste die Schulter der Frau ganz fest.
Ab 1895 änderte sich die Tanzhaltung: die linke Hand des Mannes gegen das Bein, mit dem rechten Arm wurde die Taille der Frau umfasst und nicht mehr die Schultern.
Kurz vor dem Ersten Weltkrieg gelang dem Tango endgültig der Sprung über den Atlantik in die Salons und Bars von Paris. Er avancierte dort zum erfolgreichen Modetanz, sodass einige Orchester vom Río de la Plata in der Alten Welt Erfolge feiern konnten.
Da Paris in jener Zeit das Non plus ultra der Eleganz war, wurde der Tango auch im übrigen Europa bekannt und beliebt.
Um den „anzüglichen“ Tanz aus den südamerikanischen Vororten an die Bewegungskonzepte des europäischen Tanzsaals anzupassen, entwickelten englische Tanzlehrer und Choreographen den europäischen Standardtanz Tango.
Heute gehört er als Gesellschaftstanz zu den Turniertänzen. Auch andere Formen des Tangotanzes wurden entwickelt (konnten sich aber nicht durchsetzen): Maurice Tango, Santley Tango und zwei verschiedene „Tango Argentinos“, von denen der eine aus New York stammte.
(Quelle Wikipedia)